Flechte


Bei der Bezeichnung für eine aus mehreren ineinander verschlungenen Haarsträngen bestehende Frisur werden aus dem ganzen Untersuchungsgebiet hauptsächlich mundartliche Varianten des Worts
Flechte gemeldet, das schon im Althochdeutschen als flëhtâ vorkommt (die Schreibung h steht im Althochdeutschen vor Konsonant und am Wortende für einen Reibelaut, der wie unser ch gesprochen wird).

Die meisten dialektalen Varianten auf unserer Karte werden ohne Reibelaut und mit verschiedenen Vokalen gesprochen, wobei es nördlich des Venns eher
Flät, Fleet, Fliit oder Fliət heißt, während man weiter südlich vor allem Floət oder Floot sagt. Nur aus einigen Orten in der Gemeinde Burg Reuland und aus Mirfeld melden die Teilnehmer Flescht bzw. Floscht mit koronalisiertem ch. Aus Hünningen wird Zopf gemeldet. Die Tress-Meldungen (franz. tresse 'Flechte, Zopf') aus Hergenrath und Homburg lassen den Einfluss der französischen Sprache auf den Dialekt erkennen.

Ansonsten werden einige Wörter gemeldet, die eigentlich allgemeinere Bezeichnungen für gebundene Haarstränge und nicht spezifisch für geflochtene Haare sind, nämlich
Stutz/Stetz ('etwas steil Hervorragendes, z. B. auffallend hochgekämmtes Haar', 'aufgesteckte Haare der Frau' RhWb Bd. 8, S. 967), Perdsschwa(a)nz bzw. Köö (vlg. franz. queue 'Pferdeschwanz') und Strang.