Schwedisch

Schwedisch ist mit etwa 9 Millionen Sprechern die zahlenmäßig größte Sprache Skandinaviens. Darüber hinaus ist Schwedisch in Finnland die zweite offizielle Sprache neben Finnisch mit etwa 300.000 Sprechern (ca. 5,5 % der finnischen Bevölkerung) – Tendenz sinkend. Norwegisch, Dänisch und Schwedisch sind sich so ähnlich, dass Schweden, Dänen und Norweger einander verstehen, wenn jeder in seiner Muttersprache spricht, zumindest wenn man sich etwas Mühe gibt. Das Lesen der jeweiligen Nachbarsprache ist noch einfacher als das mündliche Verstehen.
Es gibt nur einen Buchstaben, der im Deutschen fehlt, das å [o]. Das Alphabet ist allerdings etwas anders angeordnet als im Deutschen: am Ende des Alphabets folgen auf x y z die Buchstaben å ä ö. Dies ist vor allem wichtig, wenn man unbekannte schwedische Wörter im Lexikon nachschlagen will. Das Schwedische verwendet eine gemäßigte Kleinschreibung, das heißt Personen-, Orts- und Institutionsnamen werden groß, allgemeine Substantive, Nationalitäten und Sprachen klein geschrieben.
Wie auch in den anderen skandinavischen Sprachen wird der bestimmte Artikel nicht vor das Substantiv gestellt, sondern angehängt (en hund – hunden, 2 hundar – hundarna = ein Hund, der Hund, 2 Hunde, die Hunde). Bei der Verbkonjugation wird nicht nach Person, Singular oder Plural unterschieden, es gibt nur eine einzige Form des Verbes in der jeweiligen Zeit, also eine im Präsens, eine im Präteritum und eine Supinumform (jag läser, vi läser; jag läste, vi läste, jag har läst, vi har läst = ich lese, wir lesen; ich las, wir lasen, ich habe gelesen, wir haben gelesen). Wie in den meisten anderen germanischen Sprachen gibt es starke und schwache Verben.
Bezüglich der Satzstellung ist es für die schwedische Sprache kennzeichnend, dass das finite Verb im Hauptsatz immer an zweiter Stelle steht. Dies ist ähnlich wie im Deutschen. Jag vill åka in till stan i morgon. ('Ich will fahren in die Stadt morgen.') I morgon vill jag åka in till stan. ('Morgen will ich fahren in die Stadt.')
Allgemein hat sich die schwedische Sprache seit den 1970er Jahren immer mehr in Richtung der informellen Sprache, sowohl mündlich als auch schriftlich, entwickelt, mit steigender Benutzung alltäglicher Wörter und einer allgemeinen Vereinfachung der Sprache, der Orthographie und der Ausdrucksweise. So versuchen gerade Behörden die Bürokratisierung der Sprache zu vermeiden und benutzen in der Regel eine allgemein verständliche und einfache Ausdrucksweise. Aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen Gleichberechtigung benutzt man in Schweden seit den 1970er Jahren die allgemeine Anrede 'du' und den Vornamen. Traditionell werden Fremdwörter der schwedischen Schreibweise und Aussprache angepasst, so dass ‚fauteuil‘ schon im 18. Jahrhundert fåtölj geschrieben wurde und die empfohlene Schreibweise für Web und Mail folgendermaßen aussieht: webb und mejl.
Der Einfluss des Deutschen war über Jahrhunderte sehr stark, so dass Deutschsprachige daher einen großen Teil des Wortschatzes mit ein bisschen Übung wiedererkennen können.