|
Niederländisch: WortschatzNiederländisch Wortschatz Sehr viele niederländische Wörter
können mit Hilfe der deutschen Äquivalente verstanden werden. Manche Wörter
sind sofort erkennbar, vgl. neben vielen gemeinsamen Fremdwörtern Wörter wie: vier,
acht, brief, angst, beginnen, heftig, kan (kann + Kanne), lezen, vinden,
alleen, weinig, ontwikkeling usw.
Das Niederländische hatte keine zweite Lautverschiebung (diese trennt
das Deutsche von allen anderen germanischen Sprachen). Wenn man diese
Änderungen im Deutschen berücksichtigt, werden sehr viel mehr Wörter leicht
erkennbar. Die wichtigsten
Änderungen sind (nach dem Muster: Niederländisch x entspricht Deutsch y, mit
Beispielen, vgl. Beispiele für Englisch): t - s(s): eten, water, bijten, groot (eat,
water, bite, great) s oder z (vor w) oft - sch: sneeuw, zwijgen (snow, - schweigen -) k - ch: breken, teken, maken (break, token, make) t - z: teken, tijd, hart, zitten, zout (token, tide, heart, sit, salt) v (vor Vokal) / f (vor Konsonant + im Auslaut) - b: geven / geef, leven / leeft (to give / give, live + life / lives) v à f: veld, vangen, vrij, vis (engl. f: field, - , free, fish) d - t: dag, midden, weder/weer, deed, daad (day, middle, weather, did, deed) z - stimmhaftes s, also gleiche Aussprache wie in den entsprechenden deutschen Wörtern: zijn / sein, zoon / Sohn, zon / Sonne, zijde / Seite + Seide) ui entspricht meist dt. au, eventuell eu oder u: huis / Haus, uit / aus, buik / Bauch, huidig / heutig, buit / Beute, suiker / Zucker. Die Lautentsprechungen sind aus heutiger Sicht nicht immer regelmäßig: dwingen / zwingen, lijden / leiden (aber: leed / litt), vgl. leiden / leiten, weer / Wetter + wieder usw. Vgl. auch: staan / stehen, zien / sehen, duur / teuer + Dauer, wereld / Welt, tegenwoordig / gegenwärtig, woord / Wort usw. Eine sehr ausführliche Darstellung der Lautentsprechungen findet sich bei Kuen (1993) und bei Lutjeharms/Möller in Hufeisen/Marx 2007, 89-91 und 96-102). Es kommen natürlich einige falsche Freunde (oder: irreführende Kognaten) vor, doch insgesamt sind sie nicht so zahlreich und sie werden oft durch den Kontext geklärt. Beispiele sind: durven (vgl. engl. to dare) = wagen, sich trauen, mogen / mag (engl. may) = dürfen, zullen / zal (engl. shall) = werden mit Futurbedeutung (dt. sollen ist wie auch müssen: moeten), tuin = Garten und nicht “Zaun” (vgl. engl. town), slim = schlau, intelligent und nicht “schlimm” (nld. erg) usw. Bei anderen Wörtern entsprechen sich die Bedeutungsfelder nur teilweise: gezelschap heißt nur “company” in der nicht-wirtschaftlichen Bedeutung, während Gesellschaft meist mit maatschappij übersetzt werden muss, varen / fahren, aber 'fahren' ist häufiger rijden, während voorbeeld sowohl Vorbild wie Beispiel bedeutet. Gefährlich sind vor allem eher abstrakte Wörter, die später in der Sprachentwicklung aus verwandten Teilen entstanden, aber nicht erschließbar sind: voorwerp / Gegenstand (Vorwurf = verwijt), tegenstand / Widerstand (in der Bedeutung Opposition, aber Widerstand = weerstand im Sinne von Protest, Abwehr und im technischen Sinne), verzoek / Bitte (Versuch = poging) usw. Die Bildung von Ableitungen und Zusammensetzungen verläuft nach ähnlichen Prinzipien wie im Deutschen: afleiden / ableiten, waakzaam / wachsam, lastig / lästig, vliegtuig / Flugzeug kindergeld / Kindergeld, samenkomst / Zusammenkunft, examenreglement / Prüfungsordnung usw. | |